Ein Bummel durch den Nassauer Stall

Wir betreten das Gebäude durch den Haupteingang auf der Südseite des Nassauer Stalles und befinden uns im Windfang. Im Jahre 2010 hat der Heimat- und Verkehrsverein das Wappen an der Nordseite des Windfanges mit Hilfe eines Sponsors gestiftet. Es ist das alte Wickrather Wappen, dass seit der kommunalen Neuordnung im Jahre 1975 nicht mehr offiziell geführt werden darf. Mit diesem Wappen möchte der HuVV an die Vergangenheit der Freien Reichs-herrlichkeit Wickrath anknüpfen und an die fürstlichen Geschlechter erinnern, die Wickrath bekannt gemacht haben:

Bild1: Wickrather Wappen © Dr. Bieling, 3/2011 (Windfang.jpg)

Wickrather Wappen

Das Wickrather Wappen ist ein zusammengesetztes Wappen aus schwarzem Adler und drei aufgelegten Schilden, von denen die beiden unteren geneigt sind. Der obere Schild ist zweigeteilt. Die obere Hälfte ist Silber mit Hermelinschwänzen , und die untere Hälfte Grün. Der linke Schild zeigt ein silbernes, gezahntes Andreaskreuz auf rotem Grund. Der rechte Schild ist ebenfalls rot und wird durch zwei silberne Wechselzinnen-Balken gedrittelt.

Alle vier Bestandteile versinnbildlichen Familien, die im Besitz der Herrschaft Wickrath waren. Bis 1310 gehörte sie als geldrisches Lehen den Grafen von Are-Hochstaden . Ihren Namen andeutend, führten diese den Adler (Aar) im Wappen. 1335 belehnte der geldrische Graf den Herrn von Broichhausen mit Wickrath. Dessen Wappen unterscheidet sich vom silber-grünen Schild im Wickrather Wappen nur durch fünf Steckkreuze im grünen Feld. Auf dem rechten Adlerfang liegt das Wappen der Hompeschs; 1488 wurden sie mit Wickrath durch den Kaiser belehnt, d. h. die bisher geldrische Herrschaft Wickrath wurde reichsunmittelbar und somit ein eigenständiges Territorium. Die Herren von Hompesch wurden demzufolge Reichsfreiherren zu Wickrath. Von 1502 bis zur Übernahme Wickraths durch die Franzosen 1796 waren die Herren von Quadt im Lehensbesitz der Reichsfreiherrschaft Wickrath. Ihr Wechselzinnen-Wappen liegt auf dem linken Fang des Adlers. Das Gesamtwappen Wickraths ist nicht ohne Reiz; es fällt besonders auf, dass es nicht die übliche Schildform hat, sondern ein Adler-Wappen ist. Dieser Adler ist der der Ares und darf nicht fehlgedeutet werden als preußischer oder als Reichsadler , etwa wegen der ehemaligen Reichsunmittelbarkeit Wickraths; seit 1909 war es den Gemeinden untersagt, diese Adler in ihren Wappen zu führen.

Das Wickrather Wappen wurde 1926 entworfen, kurz bevor die Bürgermeisterei zum Amt erklärt wurde (1927). Sein Schöpfer war Professor Otto Hupp .

(entnommen bei: http://de.wikipedia.org/wiki/Wickrath , Stand März 2011)

 

Wenden wir uns nun einem der beiden Säle des Nassauer Stalles zu. Sie sind spiegelgleich und bestehen im Grunde aus zwei „Abteilungen“: Dem eigentlichen Saal und den in beiden Sälen erhaltenen zwei Originalpferdeboxen.

Bild2: Original Pferdebox © Dr. Bieling, 3/2011 (Box4.jpg)

Bildunterschrift: Abgebildet ist eine der insgesamt vier Originalboxen. Sie werden genutzt, um die Bestuhlung, die Tische und die Stellwände für Ausstellungen „griffbereit“ unter zu bringen. Deutlich zu erkennen sind der Heuvorratsbehälter hinten links und die gusseiserne Trennsäule rechts vorn mit der Aufhängevorrichtung für Geschirr und Sattel.

Als Box bezeichnen wir heute den Raum zwischen zwei Granitsäulen. Für den Nutzer des Nassauer Stalles ist es unter Umständen von Interesse, dass eine solche „Box“ rund drei an drei Meter groß ist. Sieben solche Boxen weist jede Hälfte des Nassauer Stalles auf. Dazu kommt stirnseitig im Westen bzw. Osten ein Bereich von rund zwei an neun Metern. Damit stehen zum Beispiel für Ausstellungen pro Saal mehr als achtzig Quadratmeter zur Verfügung. Auch die ehemalige „Ablage“ –früher für das Futterheu und das Wasser genutzt- wird gern in Anspruch genommen, um Bilder oder andere Kunstwerke effektvoll zu präsentieren.

Bild3: Box frontal © Dr. Bieling, 3/2011 (Box1.jpg)

Bild4: Box seitlich © Dr. Bieling, 3/2011 (Box2.jpg)

Bild5: Box, Ablage © Dr. Bieling, 3/2011 (Box3.jpg)

Das Thema „Präsentation“ wird im Nassauer Stall technisch hervorragend durch eine zweifache Beleuchtungsanlage gelöst.

Bild6: Beleuchtung © Dr. Bieling, 3/2011 (Beleuchtung.jpg)

An jeder Granitsäule sind vier Vorrichtungen befestigt, die entweder den Raum mit Halogen-Spotstrahlern direkt beleuchten oder indirekt nach oben mittels Hochdruckdampflampen. Die letztere Variante erzeugt ein weiches, leicht gelbliches Licht, dass die gesamte Decke mit ihren reichen Stuckarbeiten in ein märchenhaftes Licht taucht – ideal zum Beispiel für Hochzeiten oder „runde“ Geburtstage.

Auf dem ersten Bild konnten Sie ein Schild erkennen, dass den Weg zu den Toiletten und der Küche weist. Drei Toiletten stehen in der Reihenfolge von vorn nach hinten zur Nutzung bereit: Damen, Behinderte und Herren.

Bild7: Toiletten © Dr. Bieling, 3/2011 (Toiletten.jpg)

Geht man weiter, kommt man in die Küche. Sie ist (erstes Bild) mit zwei normüblichen Kühlschränken und (zweites Bild) mit einem Herd, einer Spüle und einer Spülmaschine ausgerüstet.

Bild8: Küche © Dr. Bieling, 3/2011 (Kueche1.jpg)

Bild9: Küche © Dr. Bieling, 3/2011 (Kueche2.jpg)

LilaLindwurm, 30. März 2011 im Nassauer Stall:

Bild10: Lilalindwurm © Dr. Bieling, 3/2011 (LilaLindwurm.jpg)

Damit schließen wir unseren kleinen Rundgang durch den Nassauer Stall ab. Die Mietkonditionen und die reservierte Belegung können Sie auf anderen Seiten unseres Internetauftrittes nachlesen. Ich freue mich auf Ihren Besuch des Nassauer Stalles.

im März 2011

Dr. Axel Bieling